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Top-Thema Sicherheit: Gut zur Umwelt

Aktuell halten ausschließlich Zurrgurte aus Kunststoff die Fracht auf der Ladefläche

Antirutschmatten aus Papier und Gurte, die in der Biotonne entsorgt werden können, sind die aktuellen Trends in der Ladungssicherung. Was die Hersteller sonst noch bieten, um unser Klima zu schützen hat güterverkehr in einem Überblick zusammengestellt. 

esetzlich festgelegte hohe Abgasstandards für Neufahrzeuge sowie der weltweite Handel mit CO2-Emmissionen  sind nur zwei Beispiele, dass Klimaschutz ein zentrales Thema unserer Zeit ist. Um diesen zu gewährleisten, kann man beispielsweise weniger knappe Ressourcen verbrauchen. Hierfür forscht die Industrie u. a. an immer energieeffizienteren Fahrzeugen respektive alternativen Antrieben. Der zweite, nachhaltigere Weg ist die Arbeit mit Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, die man nach ihrer Nutzung auch noch ökologisch entsorgen kann. Im Kern müssen diese vergleichbare Leistungsmerkmale haben, wie das Produkt, was ersetzt werden soll.

In wie weit das auch im Segment der Ladungssicherung funktioniert, hat u. a. der Dortmunder Hersteller Dolezych erforscht. Entwickelt wurden so neuartige Umreifungsbänder zum Bündeln und Kommissionieren von Waren mit einer Bandbreite von 25 mm. Jährlich werden davon zig Millionen Meter benötigt. Aktuell bestehen diese aus den Synthetikfasern auf Erdölbasis. Nun haben die Dortmunder diese Verpackungsbänder aus Polylacticacid (PLA) entwickelt und getestet.

 

Volvo FM: Gelungene Renovierung

Volvo hat den überarbeiteten FM vorgestellt

Volvo hat sein Lastwagenprogramm kräftig durchrenoviert. Am Anfang stand das Fernverkehrsmodell FH mit 460 PS und 2.300 Nm. Jetzt kommen die bislang vermissten Versionen mit 420, 500 und 540 PS hinzu. Zudem präsentierten die Schweden kürzlich den neuen FM. güterverkehr war bei der Vorstellung dabei. 

Für die Euro-6-Ära hat Volvo also auch das mittelschwere Modell überarbeitet. Wobei mittelschwer wie vorstehend beschrieben zu verstehen ist: Es gibt durchaus FM-Modelle in der 500-PS-Liga und mit satten 60 t Zuggesamtmasse – zumindest in verkehrstechnisch fortschrittlichen Ländern. Als Antrieb steht dem FM mithin die knapp 13 l große D-13-Maschine von Volvo zur Verfügung. Damit sind die Nennleistungen von 420 bis 500 PS definiert, die 540-PS-Ausgabe wird in FM nicht eingebaut.

Aber der FM kann es ohnehin noch wirtschaftlicher. Mit dem im Kern aus dem Renault-Fundus stammenden 10,8-l-Aggregat D 11 sind Gewichtsvorteile zum 13-l-Treibsatz von beinahe 200 kg möglich. Die Nennleistungen sind von 320 bis 450 vierfach gestaffelt lieferbar. Damit ist der FM ohne Wenn und Aber 40-t-tauglich – beim ersten Kennenlernen ließ sich das gleichwohl noch nicht überprüfen. Da hatten die Schweden nur die dicken Triebwerke für eine ganz kurze Probefahrt bereitgestellt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtest und Fahrzeugpremieren"

 

Mercedes-Benz: Euro 6 im Unimog

Drei der neuen Euro-6-Unimog von Mercedes-Benz

Darauf war die Fachwelt gespannt: Wie kommen der Unimog und Euro 6 zusammen? In der neuen, jetzt vorgestellten Generation ist es so weit, nach Actros, Antos, Arocs und Atego sind im Hause Mercedes-Benz nun auch Unimog und das Spezialfahrzeug Econic vorzeitig in der neuen Abgasnorm unterwegs. 

Spannend war die Frage wegen der beengten Platzverhältnisse im kurzen und schmalen Unimog-Chassis, das zudem Hydrauliktank und Geräteabtriebe aufnehmen muss. Nun sind dort Oxidationskatalysator, geschlossener Partikelfilter, AdBlue-Eindüsung und SCR-Katalysator nicht einfach nur untergekommen, sondern es wurde sogar noch eine  Radstandsverkürzung möglich. 200 mm beträgt sie bei den neuen Einstiegsmodellen Unimog U 216 und U 218, die den bisherigen Unimog U20 ersetzen.

Sie sind wie alle neuen Unimog-Geräteträger mit der stark modernisierten Freisichtkabine der bisherigen Unimog-Geräteträger U 300, U 400 und U 500 ausgestattet.  Die Unimog U 318 und U 423 kommen mit einem um 80 mm gegenüber dem U 300 verkürzten Radstand. Der Wendekreis dieser Modelle liegt mit 12,6 beziehungsweise 13,7 m übrigens auf Pkw-Niveau. Dagegen behalten die anderen Geräteträger U 430, U 527 und U 530 den alten Radstand. In der Optik sind alle Neuen nun gleich, allein die kleineren U 216 und U 218 fallen dezent mit in Wagenfarbe lackierten Scheinwerferein­fassungen auf.  

 

Reportage: Thailand - Stress im Land des Chao Phraya

Das Verkehrsaufkommen in Thailand wächst rasant

Thailand gilt als Urlaubsparadies, doch tobt im Transportwesen ein genauso harter Konkurrenzkampf wie auf europäischem Pflaster. Überhaupt gibt es im ehemaligen Tigerstaat verblüffend viele Parallelen zu Europa.

Wie mit einem silberfarbenen Firnis überzogen liegt das Goldene Dreieck im Grenzgebiet von Thailand, Burma und Laos bei Mondschein da, wenn der Nebel nachts in den Tälern aufquillt. „Ja“, sagt Fahrer Som Kwon lächelnd, „das sieht aus wie im Paradies“. Doch die Idylle trügt. Kaum lüftet sich der romantische Schleier, sengt die Sonne gnadenlos. Und es zieht Hektik auf. Som muss sich gewaltig ranhalten, um den Termin in der Grenzstadt Mae Sai zu halten. Viel zu schnell jagt Som seinen viel zu schweren Hino-Sattelzug mit 31 t Zementsäcken auf der Ladefläche über die Piste gen Norden, der burmesischen Grenze entgegen. 

Dass es die früher so berüchtigte Gegend immer noch in sich hat, beweisen die vielen Checkpoints der Polizei. Die Beamten nehmen jedes Fahrzeug durch ihre dunklen Sonnenbrillen hindurch ganz genau in Augenschein. Doch weder wegen seiner deftigen Überladung noch wegen des exorbitanten Tempos macht Som sich sonderliche Sorgen: Solche Kleinigkeiten regelt zuverlässig eine milde Gabe von 200 Baht (umgerechnet ca. 5 Euro), die die Ordnungshüter wie selbstverständlich einstreichen. Ohne diese kleinen Nebeneinkünfte hätten die Beamten es schwer, sich und ihre Familien durchzubringen.

 

Editorial: Ladungssicherung - biologisch abbaubar

Chefredakteur Dirk Sanne

Sprechen wir einmal über Sicherheit und Ladungssicherung, auf dem Fahrzeug und an der Rampe. Für die Sicherheit an Bord ist der Fahrer verantwortlich – aber nicht er alleine. ­Jeder am Ladeprozess Beteiligte trägt Verantwortung und kann im ­Unglücksfall zur Rechenschaft gezogen werden. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, unterstreicht Holger Lemmer, Polizeibeamter aus NRW und Gutachter für Gerichte und Sachverständiger beim Bundesverband Freier Sachverständiger (BVFS).

Trotzdem – die Meinung, dass eine Fracht mit ausreichendem Gewicht auf einem Fahrzeug, nicht gesichert werden muss, weil sie sich sozusagen durch ihre eigene Masse sichert, hört man – obwohl falsch – immer wieder: „Das ist so schwer, das rutscht nicht“, ist fahrlässig und gefährlich.

Auch dass man allein z. B. mit einer Antirutschmatte als Ladungs­sicherungsmittel auskommt, wird häufig kommuniziert, ist aber ein ­Irrtum. Sie kann nur ein zusätzliches Hilfsmittel sein. Die Evers GmbH zeigt ihre Grenzen in einem Youtube-Video, aufgenommen am 6. Tag zur Ladungssicherung der BVL Regionalgruppe Ruhr im Juni 2013 sehr deutlich (http://www.youtube.com/watch?v=EPfJeeQaVhw). 

Eine 50 kg schwere Holzkiste, die auf einer Antirutschmatte steht, macht sich hier im Film bei einer Bremsung selbstständig. Während der Pritschenwagen beim Bremsen vorne eintaucht, folgt die Kiste aufgrund ihrer Trägheit dieser Fahrzeugbewegung eben nicht. Sie verliert dadurch beim Bremsvorgang den Kontakt zu Matte und rutscht deshalb bis zur Stirnwand des Transporters durch. 

Erst durch zusätzlich gespannte Zurrgurte und durch den damit verbundenen Anpressdruck, verliert die Kiste beim Bremsen nicht den Kontakt zur Antirutschmatte und bleibt stehen. 

Übrigens kann die Matte dabei neuerdings auch aus Papier bestehen. Die Branche arbeitet zurzeit an biologisch abbaubaren Ladungssicherungshilfen und Zurrbändern. Wohin die Reise – neben der papierenen Antirutschmatte – in Sachen ökologischer Ladungssicherung noch gehen kann, erfahren Sie u. a. in unserem Top-Thema Sicherheit ab Seite 17.

Auf noch etwas wollen wir Sie hinweisen: Betrachtet man die Verlade­zone an einer Rampe, so wird einem schnell bewusst, dass für eine sichere Be- und Entladung mehrere Punkte von Bedeutung sind. Nur durch das Zusammenspiel einer Vielzahl an Geräten sowie gut geschultem Personal kann eine zuverlässige und unfallfreie Verladung gewährleistet werden. Zum technischem Equipment gehören u. a. Vorlegekeil, Rammschutz mit Fluchtraum, Hubtisch usw. Alles das braucht neben Bedien- auch Wartungspersonal. Dass es auch einfacher und zugleich sicherer gehen kann, zeigen wir Ihnen in „Perfektioniertes Andocken“ auf Seite 23. 

 

Wir wünschen informatives Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

Fotos: Dieter Schütz/www.pixelio.de, Wildhage, Renault Trucks, Continental, Verlag