Top-Thema/Hessen testet Verkehrsszenarien der Zukunft

In der Verkehrszentrale Hessen wird der Verkehr intelligent gesteuert

Nach nicht einmal zehn Jahren kann die Initiative „Staufreies Hessen 2015“ bereits beachtliche Erfolge vorweisen. Weiteres Potenzial zur Verkehrsentspannung versprechen sich die Beteiligten von einer intelligenten Vernetzung des Verkehrs. Wie diese konkret aussehen könnte, wird ab dem Frühjahr 2012 im Rhein-Main-Gebiet in der Praxis getestet.

Nicht immer, aber immer öfter sollen sich Spediteure und Lkw-Fahrer zukünftig über fließenden Verkehr auf Hessens Autobahnen freuen können. Ursache dafür ist nicht etwa ein verringertes Verkehrsaufkommen. Im Gegenteil. Als zentrales Transitland mit der Drehscheibe Rhein-Main bekommt das Bundesland das allgemeine Verkehrswachstum in Europa besonders zu spüren. Deshalb wurde 2003 die Initiative „Staufreies Hessen 2015“ ins Leben gerufen, deren Ziel die stetige Verbesserung des Verkehrsflusses auf Hessens Straßen ist.

Realistisch kann natürlich niemand von einem 100-prozentig staufreien Bundesland ausgehen, aber die bisherigen Erfolge sehen auf den ersten Blick nicht schlecht aus. „Seit 2003 haben sich die Stauzeiten auf hessischen Autobahnen um 80 % reduziert“, erklärt Dieter Posch, Hessens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. „Dies resultiert aus zahlreichen Projekten, die seit Start der Initiative kontinuierlich unter ihrem Dach entwickelt und realisiert wurden.“

Aus Sicht des Ministers sind vor allem drei Maßnahmen für den bisherigen Erfolg verantwortlich: „Ein kundenorientiertes Baustellenmanagement, das Baumaßnahmen auf Autobahnen nur in vorher errechneten Slots zulässt, die temporäre Nutzung der Seitenstreifen, die die Kapazität hoch belasteter Autobahnabschnitte um bis zu 25 % erhöhen kann, und ein effizientes Verkehrsmanagement, das auf intelligente Verkehrssteuerung auf Basis aktueller und prognostizierter Verkehrsnachfrage setzt und in dessen Mittelpunkt die Verkehrszentrale Hessen mit den von ihr gesteuerten Verkehrsbeeinflussungs- und Verkehrsinformationssystemen steht. 

 

Mercedes-Benz Axor 1840: Arbeitsmaschine im Test

Im Test: Mercedes-Benz Axor 1840

Aus der ursprünglich eher schlichten Arbeitsmaschine Mercedes-Benz Axor ist im Laufe der Jahre ein durchaus ansehnlicher Lkw geworden. Besonders mit der letzten Überarbeitung ist die Modellreihe technisch und optisch fit. Doch die Ablösung in Gestalt des neuen Actros mit kleiner Kabine läuft sich schon warm. Letzter Aufgalopp eines Axor 1840 im güterverkehr-Test.

Vor knapp einem Jahr zeigte ein Mercedes-Benz Axor 1840, dass er im Wettbewerbsumfeld mit guten Verbrauchs- und Kostendaten auftrumpfen kann. Zumindest bei Teilbeladung: In einem Vergleichstest traten drei Sattelzugmaschinen zur Teillastprüfung an. Hier lag der Axor 1840 beim Dieselverbrauch seines Euro-5-konformen SCR-Aggregats auf der schweren Autobahn um drei Prozent oder 1,1 l je 100 km unter dem entsprechenden Mittelwert seiner Mitstreiter.

Bei der reinen Bergprüfung über 8,5 km mit bis zu acht Prozent Steigungsgrad stieg der Vorteil zum Klassendurchschnitt sogar auf 4,2 %. Zusammen mit den übrigen Autobahnabschnitten sowie der Landstraßenpassage ergab sich für den Axor 1840 im 26-t-Zug ein Testverbrauch von 27,6 l/100 km. Im Testumfeld war das seinerzeit ein Vorteil von 0,5 l/100 km.

Außerhalb des Vergleichstestfeldes und bei voller Auslastung sehen die Vergleichszahlen anders aus. In Relation zum herangezogenen Klassenmittelwert der fünf vor dem Axor geprüften Lastwagen mit 1900 bis 2000 Nm Maximalzugkraft und 400 bis 420 PS Nennleistung gönnt sich der Stuttgarter alle 100 km einen knappen Liter Leichtöl mehr als seine Marktbegleiter.

 

Leserumfrage: Felgen gerissen? Radbolzen gebrochen?

Es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres, als wenn sich bei der Fahrt ein Reifen vom Chassis löst. Hintergrund einer derartigen Szene könnten gerissene Felgen oder gebrochene Bolzen sein. Wir wollen von Ihnen wissen, ob dieser Defekt häufiger vorkommt, als man denkt.

Es gibt angenehmere Themen für Fachmagazine. In diesem Fall hat das Problem offenbar die Eigenschaft, dass wir weder die Zahl der Fälle, noch die technischen Ursache(n) genau kennen. Deswegen wenden wir uns jetzt gemeinsam mit den Kollegen vom KFZ-Anzeiger an Sie, unsere Leser.

Unsere Frage ist ganz schlicht: Wer hatte früher oder hat in letzter Zeit mit gerissenen Stahl- oder Aluminiumfelgen und/oder gebrochenen Radbolzen zu kämpfen?

Wir wissen derzeit nicht, ob dieses Problem nur 9-t-Anhängerachsen oder auch Lkw-Achsen betrifft. Deswegen haben die beiden Redaktionen beschlossen, diejenigen ihrer Leser zu fragen, die Lkw-Fuhrparks betreiben und betroffen sind. Diese Daten werden wir sammeln, und den verantwortlichen Stellen – anonymisiert – zur Verfügung stellen.

Dass wir diese Umfrage überhaupt starten, ist der Tatsache zu verdanken, dass ein betroffener Fuhrunternehmer selbst nachgeforscht hat, welche Ursache(n) die Felgenrisse und Bolzenbrüche in seinem Fuhrpark haben könnten. Irgendwann kam der Unternehmer bei Behörden, Prüfinstituten und Verbänden jedoch nicht mehr weiter und wandte sich deshalb an die Presse.

Hier finden Sie das Antwortformular zum Downloaden.

 

Fahrersitze: Was tun, wenn der Sitz streikt?

Ist der Fehler gefunden, dauert der Austausch von Teilen am Fahrersitz meist nur wenige Minuten

Service ist heute das A und O im Nutzfahrzeugbereich. Standzeiten sind teuer und daher möglichst zu vermeiden. Der Austausch system-wichtiger Teile wird heute durch die Servicestützpunkte der Fahrzeughersteller oder Pannendienste gewährleistet. Doch wie sieht es bei Fahrersitzen aus? güterverkehr hat nachgefragt.

Es gibt Komponenten am Lkw, denen gestattet man am ehesten einen Defekt zu, weil sie einer hohen Belastung unterliegen. Ein Plattfuß? Okay. Da setzt man den Wagenheber an und schraubt das Ersatzrad an oder ruft den Pannenservice. Lichtmaschine kaputt? Auch da findet man europaweit in jeder nahen Werkstatt das passende Ersatzteil. Aber der Fahrersitz?

Erstens soll dieser einfach nur funktionieren, ohne dass man sich darüber größere Gedanken machen muss. Und zweitens? Ja, haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn eines der wichtigsten Arbeitsgeräte des Fahrers auf einer Tour in Skandinavien oder Süditalien einen so schweren Schaden aufweist, dass eine Fortsetzung der Fahrt nicht möglich ist? Wenn beispielsweise die Horizontaleinstellung streikt, Luftventile undicht oder Kabel der Sitzsteuerung beschädigt sind? Dann ist erst einmal guter Rat teuer.

Mancher Sitzhersteller empfiehlt zuerst einen Blick in die Bedienungsanleitung unter dem Kapitel Fehlersuche. Glücklich der Fahrer, der ein solches Heft auf seiner Fahrt dabei hat. Ansonsten verweisen Isringhausen, Grammer, Be-Ge & Co. auf ihre Werkstattpartner oder die Servicestützpunkte der Lkw-Hersteller. „Die Ersatzteilversorgung wird generell über die OEM (Original Equipment Manufacturer) abgedeckt. Deren Werkstattmitarbeiter sind autorisiert und werden regelmäßig von unseren Fachleuten auf die entsprechenden Produkte geschult“, berichtet Jörg Sebastian vom Isri-Kundendienst. 

 

Finanzen: Wie Sie Warnsignale Ihrer Bank erkennen

Ein gutes Verhältnis zur Hausbank ist unabdingbar für eine finanziell flexible Firmenführung. Dabei muss der Kunde jedoch auf Signale der Bank achten, ob die Geschäftsbeziehung so gut ist, wie er meint.

Viele Betriebsverantwortliche legen eine häufig kaum nachvollziehbare Zurückhaltung an den Tag, wenn es darum geht, Signale zu erkennen, die Banken vor allem bei wichtigen Themen „senden“. Dabei ist es für die Qualität einer Geschäftsverbindung oft entscheidend, gerade hier rechtzeitig zu reagieren und verbindliche Gespräche mit dem jeweiligen Kreditgeber zu führen.

Die folgenden Ausführungen sollen Unternehmer und Betriebsinhaber einerseits dabei helfen, diese Signale frühzeitig zu identifizieren und andererseits angemessene Handlungsvorschläge zu einer konstruktiven und partnerschaftlichen Lösung wahrzunehmen.

Auf diese „Warnsignale“ sollten Sie z. B. achten:

  • Die Bank verringert die mit Ihnen vereinbarten Zeiträume, in denen Sie aussagefähige Unterlagen über die betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) hinaus bezüglich Ihrer wirtschaftlichen Entwicklung erwartet (es handelt sich vor allem um Liquiditäts- und Rentabilitätsberechnungen).
  • Ihr Steuerberater soll weitaus intensiver als bisher ausführliche Prüfungen Ihrer Buchführung vornehmen. Gleichzeitig werden Sie gebeten, Ihren Steuerberater zu ermächtigen, unmittelbar auf Fragen Ihrer Bank zu antworten und nicht erst bankseitig Sie als Kunden damit zu konfrontieren.

Editorial/Verkehrsforschung: Lenken und leiten

Chefredakteur Dirk Sanne

Ohne moderne Verkehrsleitsysteme ist der Straßenverkehr der Zukunft nicht mehr zu managen. Darüber sind sich alle Fachleute einig. Denn der Betrieb auf unseren Straßen und Autobahnen nimmt beständig zu, sowohl im Bereich der privaten Mobilität als auch im Transportwesen. Der Straßenausbau kann damit nicht Schritt halten. Sich lange hinziehende Planungsverfahren, Bürgerproteste und Ähnliches machen einen bedarfsgerechten Ausbau des Wegenetzes nahezu unmöglich – mal ganz abgesehen von den klammen Kassen bei den Verkehrsministern von Bund und Ländern.

Zwar ist der immer wieder mal prognostizierte große Verkehrskollaps bisher ausgeblieben. Aber ein „weiter so“ würde mittelfristig genau in eine derartige Krise führen. Deswegen suchen Forscher und Techniker nach Wegen, den Verkehr hier in Zentraleuropa effizienter zu machen. Und es gibt vielversprechende Ansätze. Über ein Beispiel berichten wir in unserem Top-Thema Verkehrsszenarien der Zukunft im Test, ab Seite 8.

Als zentrales Transitland mit der Drehscheibe Rhein-Main-Gebiet bekommt das Bundesland Hessen das Verkehrswachstum in Europa besonders zu spüren. Deshalb wurde im Jahr 2003 die Initiative „Staufreies Hessen 2015“ ins Leben gerufen, deren Ziel die stetige Verbesserung des Verkehrsflusses auf den dortigen Straßen ist. Realistisch kann natürlich niemand von einem 100-prozentig staufreien Bundesland ausgehen, aber die bisherigen Erfolge sehen auf den ersten Blick nicht schlecht aus. „Seit 2003 haben sich die Stauzeiten auf hessischen Autobahnen um 80 % reduziert“, erklärt Dieter Posch, Hessens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

Erreicht wurde dieser Erfolg vor allem durch drei Maßnahmen: Ein intelligentes Baustellenmanagement und die temporäre Nutzung der Seitenstreifen – allein dieses erhöht die Kapazität der Autobahnabschnitte um bis zu 25 %. Sowie die intelligente Verkehrssteuerung auf Basis aktueller und prognostizierter Verkehrsnachfrage in dessen Mittelpunkt die Verkehrszentrale Hessen mit den von ihr gesteuerten Verkehrsbeeinflussungs- und Informationssystemen steht.

Trotzdem ist man auch in Hessen noch nicht am Ziel. Die Stauzeiten haben sich zwar reduziert, die Anzahl der Staus erhöhten sich aber aufgrund des Verkehrswachstums deutlich. So zählt der ADAC im Jahr 2011 hier 14.657 Staus. Das sind 1.500 mehr als im Vorjahr. Die Gefahr eines Verkehrsinfarkts scheint also in Hessen noch lange nicht gebannt. Daher bleibt für die Verkehrsforscher auch zukünftig noch viel zu tun.
 
Ich wünsche informatives Lesen!

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

Fotos: Archiv, Hessen mobil, Isringhausen, Wengert/www.pixelio.de, Wildhage